Die Showgruppe „Burning Ropes“ flog vom 11. Juli bis zum 19. Juli 2015 zur Weltgymnaestrada nach Helsinki.
Die Weltgymnaestrada ist ein riesiger internationaler Sportevent, auf dem sich in diesem Jahr über 50 Nationen präsentierten.

Die „Burning Ropes“ wurden ausgewählt, das Land Deutschland zu repräsentieren.

„Die Weltgymnaestrada war für die Showgruppe aus Ottersweier ein Mammut-Projekt“, erklärte der Trainer und Manager Marcel Velte. „Die Vorbereitungen liefen seit einem Jahr auf Hochtouren, denn es mussten allein drei neue Shows nur für die Weltgymnaestrada choreographiert werden. Zudem kamen unzählige E-Mails und organisatorische Arbeit mit dem Deutschen Turnerbund hinzu. Weiterhin benötigten wir viele Sponsoren und Unterstützer zur finanziellen Realisierung dieses Großprojektes“. Zusammen mit ca. 2000 weiteren deutschen Teilnehmern flogen die „Burning Ropes“ nach Helsinki, wobei alle benötigten Materialien der Showgruppen schon drei Wochen zuvor mit einem LKW auf Reise gingen.

Bevor der Auftrittsmarathon begann, galt es noch letzte Trainings mit anderen Gruppen aus ganz Deutschland vor Ort abzuschließen. Für die Gruppenperformance arbeiteten die Rope Skipper zusammen mit einer Berliner Showgruppe, die sich „Die Berliner Elefanten“ nannten. Die Gruppe unter der Leitung von Manfred Brühl reiste mit einem Großgerät an, welches fast fünf Meter Höhe misst und über 500 Kilogramm Eigengewicht auf die Waage bringt. Auf dem riesigen dreistöckigen Karussell turnten 25 Akrobaten, die synchrone Hebefiguren zeigten. Gleichzeitig versetzten kräftige Männer das Konstrukt in atemberaubende Bewegung. Die „Burning Ropes“ präsentierten dazu ihre Show „Mau5pad“, mit der sie schon zwei Mal zu „Deutschlands Bester Showgruppe“ gekrönt wurden. Unter dem Namen „Spectaculum“ wurde diese einmalige Performance angekündigt. Insgesamt drei Auftritte präsentierten die beiden Showgruppen in der riesigen Messehalle „Messukeskus“. Die Zuschauer tobten und fanden es einmalig, dass solch unterschiedliche Gruppen kombiniert werden konnten.

Weitere drei Auftritte hatte die Ottersweierer Showgruppe bei der Stadiongala, welche auch unter dem Namen Großgruppenvorführung „Enjoy Your Rhythm“ zu finden war. Diese Vorführungen fanden im Sonera Stadion statt. Neben Deutschland präsentierten sich noch weitere neun Nationen in dieser einzigartigen Disziplin. Zusammen mit den DTB-Choreografen sprangen auch die „Burning Ropes“ einen Teil ihrer Show auf einer 12 Meter langen Airtrackbahn. Das ganze Spektakel ging 30 Minuten und erzählte in vier Teilbildern und einem abschließendem Finale vom Rhythmus unseres Herzens. Knapp 1000 Teilnehmer zwischen 12 und 70 Jahren zeigten ihre Interpretation von Rhythmus, Gymnastik, Tanz, Turnen und Rope Skipping mit Leidenschaft und Lebensfreude. Ein besonderer Stolz ist, dass hier generationsübergreifend gearbeitet wurde.

 

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Das Highlight für die Nation Deutschland und auch für die Showgruppe „Burning Ropes“ war der Auftritt beim Deutschen Nachmittag. Einige Nationen hatten die Möglichkeit, in einer einstündigen Show ihr Land zu präsentieren.
Die Showgruppe hatte die Ehre zusammen mit national und international erfolgreichen deutschen Gruppen diese Gala zu gestalten. Dabei waren:

  • „AkzepTanz“ (Babenhausen, Hessen)
  • „Artistic Showteam“ (Heidelberg, Baden)
  • „Bacharacher Oldtimer“ (Bacharach, Mittelrhein)
  • Einrad Showgruppe „uni xplosion“ (Heessel, Niedersachen)
  • Gymnastikgruppe „Otto Grimminger“ (Aalen, Schwaben)
  • „Matrix“ (Freiburg, Baden)
  • „Movimento“ (Grafing, Bayern)
  • „New Generation“ (Gruibingen, Schwaben)
  • „Ostalbhurgler“ (Abtsgmünd, Schwaben)

Zusammen mit einer Pianistin der Gruppe „Movimento“ aus der Nähe Münchens erarbeitete die Seilspring Gruppe eine ganz neue Art von Rope Skipping Show. Nicht wie gewohnt performten die Seilakrobaten auf basslastige Musiken, sondern probierten ein neues Genre aus. Das live gespielte Piano Stück war „Children“ von Robert Miles. Nicht nur für die Gruppe, sondern auch von technischer Seite, war dies eine neue Herausforderung. Der technische Leiter Nick Thienel reiste mit der Gruppe mit, um für die optimale technische Betreuung vor Ort zu sorgen. „Zu einer Live-Performance zu springen bedeutet immer mehr Aufwand, als dies nur auf einen Zuspieler zu tun. Die Tatsache, dass dies viele Kilometer von der Heimat passiert, kommt erschwerend hinzu. Das Team hat dennoch einen guten Job gemacht und vor Ort alle nötigen Materialien organisiert. Die sprachliche Hürde stellte kein Problem dar und so konnte man zusammen mit deutschen und finnischen Technikern die bestmöglichste Show abliefern“, erklärte Thienel, der in Deutschland bei der Veranstaltungstechnik Firma „Creative“ arbeitet. Auch für die Springer war es ein neues Gefühl auf ein Live gespieltes Stück aufzutreten. „Die Musik ist immer ein bisschen unterschiedlich und man muss genau auf den Takt hören“, bekräftigten Laura Falk und Carolin Hosp, die als Springer mit in die Show integriert waren. „Es war eine sehr tolle Erfahrung das alles zu sehen und selber dabei zu sein.

Wir fanden es schön zu wissen, dass wir in diesem Moment gerade Deutschland repräsentieren“, erzählte Mandy Ringwald. „Die Aufregung vor dem Auftritt war eine Besondere und eine Neue, weil wir wussten, dass es ein sehr wichtiger Auftritt war. Die Aufregung kommt auch ein wenig davon, dass die Musik nicht vom Band kommt sondern Live gespielt wird. Es geht uns durch den Kopf, ob Pianistin und die Gruppe den Takt halten kann. Doch sobald man auf der Bühne steht und der erste Ton erklingt, läuft alles von alleine.

 

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Die Nervosität ist dann wie weggeblasen“, sprachen Luisa Früh und Lena Steurer mit einem Lächeln im Gesicht. „Der Deutsche Nachmittag als Erlebnis war unser Highlight der ganzen Weltgymnaestrada Woche. Das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der deutschen Gruppen war groß, und die Motivation allen Ländern und auch dem eigenen Land zu zeigen, was Deutschland sportlich leisten kann war umso größer.

Für uns war es eine große Ehre unter den auserwählten Teams zu sein, die das Land Deutschland repräsentieren durften. Es macht uns stolz unter den besten Deutschlands gewesen zu sein und allen anderen Nationen unser Können zu beweisen, aber auch den eigenen deutschen Zuschauer zu beeindrucken“ sprach Lena Zimmer, die schon seit fast 12 Jahren bei den „Burning Ropes“ springt. Auch für das elfjährige Kücken der Burning Ropes, Jule Schell, hatte der Auftritt und die Präsentation einer Ganzen Nation einen besonderen Stellenwert. Während andere in dieser Woche noch die Schulbank drücken mussten, durfte sie ihr sportliches Können international zeigen.

„Der deutsche Nachmittag war für mich und das Team ein einmaliges Erlebnis. Schon das Opening war ein sehr emotionaler Moment. Gemeinsam mit allen Vertretern der deutschen Delegation summten wir die Nationalhymne. Bereits nach den ersten Klängen sah man alle Zuschauer aufstehen und mit einstimmen. Die Stimmung im Saal war nahezu magisch. Erfüllt von Stolz und hochmotiviert startete jedes Team in seine Show“ so Trainer Marcel Velte. „Unsere neue Show „Children“ feierte die Premiere bei diesem internationalen Event. Durch die Live-Piano Begleitung bekam unser Auftritt eine ganz andere Charakteristik und so haben wir schwungvolle Elemente aber auch langsame Figuren darauf inszeniert“ berichtet Vanessa Schlenker, die mit ihren 30 Jahren die älteste Springerin bei den „Burning Ropes“ ist.

Die Weltgymnaestrada mit fast 22.000 Teilnehmern war der bisherige Höhepunkt in der Geschichte der Burning Ropes.„Es gab viel zu sehen. Man sah auch mal andere Gruppen und Showarten die man noch nicht gekannt hatte. Zudem war das Freundschaftliche faszinierend. Alle Nationen waren offen, wollten viele gemeinsame Bilder machen, neue Kontakte knüpfen und andere Sportler und Sportarten kennen lernen. Ich wollte die Woche nicht missen“, erzählt Sarah Huber. Das Aufeinandertreffen der verschiedenen Kulturen begeisterte auch Laura Schwegler. Für Manuel Zimmer war es eine besondere Reise: „Ein Erlebnis, bei dem viele verschiedene Kulturen und Länder aufeinander trafen. Man hatte dort von Anfang an das Gefühl, einer weltweiten Gemeinschaft anzugehören und den Spaß am Sport zu teilen. Es war auch spannend zu sehen, wie sich die einzelnen Ländern durch ihre nationale Musik und Kleidung von anderen Unterschieden haben“.

 

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Die „Burning Ropes“ wurden nach ihrer Darbietung von vielen Zuschauern angesprochen, dass sie eine Kombination aus live gespielter Klaviermusik und Rope Skipping bislang noch nie gesehen hatten.

Die vier DTB-Choreographen des „Deutschen Nachmittags“, Gerold und Corinna Oppold, Jutta Koser und Stefan Eberherr, lobten die gelungene Show. Auch von Seiten des Deutschen Turnerbundes gab es viel positives Feedback für die außergewöhnliche Inszenierung.

Auch die Abteilungsleiterin Rope Skpping, Christa Velte, der Turnerschaft Ottersweier ist unheimlich stolz auf die Showgruppe. „Nur durch gleichbleibende hohe Leistungen, kontinuierliches Training, Teamfähigkeit und sehr viel Ehrgeiz, lässt sich ein Ziel wie die Weltgymnaestrada erreichen. Mit der Nominierung für die Gruppenperformances und für den Deutschen Nachmittag wurde die Showgruppe für ihr langjähriges und ausdauerndes Training belohnt. Wir sehen uns in Dornbirn, Österreich“. Hier findet die kommende Weltgymnaestrada 2019 satt.

Voll gepackt mit neuen kreativen Ideen und internationaler Showerfahrung geht es auf nationaler Ebene mit den Deutschen Meisterschaften im Showwettbewerb „Rendezvous Der Besten“ im November weiter. Darüber hinaus beginnt nun die Vorbereitung für das nächste große Showprojekt. Die „Burning Ropes“ der Turnerschaft Ottersweier vertrauen auf ihre Trendsportart und möchten in Zukunft noch viele Zuschauer in ihren Bann ziehen.

 

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